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so fremd

Ich war einer von denen

Die nichts krumm nehmen

Immer gradaus schauen

Niemanden die Zeit klauen

Und sich selber alles zutrauen

Und der Gedanke

Dass ich erkranke

War mir so fremd

Wie sterben im Hemd

 

Hab mich immer aufgebäumt

Keine Gefahr versäumt

Alles getestet

Mich mit Leben gemästet

Voll Tatendrang

Alle Fallen bezwang

Nie hoch genug kam

Alles im Laufschritt nahm

 

Dann war es irgendwann so weit

Und es kam die Zeit

Als mich das Alter einholte

Die Jungend mir nicht mehr die Schuhe sohlte

Der Gang schleppend – die Schritte kurz

Immer Angst vor einem Sturz

Und ich spürte

Wo das alles hinführte

 

Zu den Rückenschmerzen

Kamen die Fehler am Herzen

Wenn der Rhythmus nicht mehr stimmt

Und der Blutdruck gewinnt

Die Chemie einen nur noch rettet

Man sich mit ihr bettet

Und aufstehen muss

Durch Pillengenuss

Was für ein Schluss

 

Sich die Tage verkürzen

Man tut sich in Erinnerung stürzen

Alles verwischt

Auch die Zuversicht

Der Blick wird unscharf

Man senkt den Bedarf

Um Ruhe zu finden

Man wartet aufs verschwinden

Fragt sich, was da noch kommen wird

Ob die Seele entschwirrt

Nur die Hülle hier bleibt

Und sie dann aufsteigt

In andere Gefilde

Bin ich da richtig in Bilde

Oder ist es die Hoffnung nur

Von Moll zu Dur

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