Eine Lust
Ach wenn ich sie doch hätte
Eine Lust auf eine Zigarette
Dann würde ich jetzt nach draußen gehen
Und neben ihr stehen
Sie so ganz beiläufig nach Feuer fragen
Sie würde dann natürlich „Ja“ sagen
Hätte so ihre Aufmerksamkeit bekommen
Und mit ihr ein Gespräch begonnen
Über Gott und die Welt
Wie ihr denn die Stadt gefällt
Und ob sie mit ihrem Dialekt
Hier nicht aneckt
Was sie so tut
Wenn sie sich nicht ausruht
Mache hier und da einen Scherz
Rede von meinem großen Herz
Und von Wärme
In mir toben die Gedärme
Fahren Achterbahn
Habe Anfälle von Glückswahn
Und sie wollen sich nicht legen
So freudig tut es mich erregen
Doch ich wanke
Denn der Gedanke
Jetzt eine zu rauchen
Wieder in diese Abhängigkeit zu tauchen
Nur um eine Frau auf zu reißen
Wieder in Kippen zu beißen
Lässt mich schwanken
Meine Lunge wird sich bedanken
Ich beschließe zu warten
Wenn sie reinkommt mit der Werbung zu starten
Dann wird es zwar schwerer sein
Ich bin nicht mehr konkurrenzlos allein
Voll Erwartung auf und ab wippe
Meinen Strohhalm in den Caipi stippe
Als endlich die Tür aufgeht
Ein Typ neben mir aufsteht
Die Arme ausbreitet
Und auf sie zuschreitet
Es in mir schmerzt
Wie sie ihn herzt
Er sie auf die Tanzfläche zieht
Und es ihm recht geschieht
Als ich an ihm vorbei gehe
Ich mich als Racheengel sehe
Ihm in den Arsch trete und er auf sie fliegt
Sie mit ihm auf dem Boden liegt
Ja, hätte sie sich für mich entschieden
Und diesen Auftritt vermieden
Wäre sie mit mir gegangen
Um mit mir alleine ins Horizontale zu gelangen

